Seit dem 14. Oktober 2025 bekommt Windows 10 keine regulären Sicherheitsupdates mehr. Viele glauben jetzt, sie bräuchten einen neuen Rechner, denn Windows 11 verlangt offiziell TPM 2.0 und einen neueren Prozessor. Aus meiner Erfahrung bei Kunden kann ich sagen: In vielen Fällen stimmt das nicht.
SSD und RAM: der größte Hebel
Wenn ein älterer Rechner quälend langsam ist, liegt es fast immer an einer alten Festplatte oder an zu wenig Arbeitsspeicher. Ich habe bei Kunden sehr oft eine SSD eingebaut und den RAM aufgestockt. Danach starteten die Rechner in einem Bruchteil der Zeit und Programme öffneten sich wieder ohne Warten. Das kostet nur einen Bruchteil eines neuen Rechners.
Windows 11 auf „zu alter“ Hardware
Bei einem Kunden habe ich zwei Rechner mit Intel-Prozessoren der Sandy-Bridge-Generation gerettet. Die stammt von 2011 und Microsoft hat sie offiziell längst abgeschrieben. Trotzdem läuft dort heute Windows 11 25H2. Ich habe dazu ein Upgrade von Windows 10 gemacht, mit einem Trick, den auch Deskmodder beschreibt:
- Die Windows-11-ISO von Microsoft herunterladen und per Doppelklick einbinden.
- Eine Eingabeaufforderung als Administrator öffnen und auf das Laufwerk der ISO wechseln.
- Das Setup mit diesem Befehl starten:
setup.exe /product server
Das Setup überspringt damit die Prüfung auf TPM und Prozessor. Nicht wundern: Während der Installation steht dort „Windows Server“. Installiert wird aber ganz normal Windows 11, Programme und Dateien bleiben erhalten.
Wichtig: Offiziell unterstützt ist das nicht. Microsoft garantiert für solche Rechner keine Updates. In der Praxis laufen die beiden Rechner aber problemlos.
Gebraucht statt neu
Ein gebrauchtes Business-Notebook wie ein ThinkPad ist oft die bessere Wahl als ein neues Billig-Notebook. Die Geräte sind robust, gut verarbeitet und lassen sich meist aufrüsten. Ich hatte selbst ein T480 und ein T490 im Einsatz. Was die Modellnamen bedeuten, habe ich hier erklärt. Auch mein MacBook Air M1 habe ich gebraucht gekauft und es reicht mir völlig.
Linux für ganz alte Kisten
Wenn Windows 11 gar nicht mehr will, gibt es noch Linux. Schlanke Systeme wie Linux Mint Xfce oder Lubuntu habe ich selbst ausprobiert. Sie laufen auch auf älterer Hardware flüssig.
Sogar ein Raspberry Pi reicht manchmal
Golem hat schon 2021 getestet, ob ein Raspberry Pi 4 einen alten Mac Mini ersetzen kann. Bei einem meiner Kunden läuft genau so etwas im Alltag: Am Empfang steht ein Raspberry Pi 4, der sich per Remotedesktop mit einem Windows-11-Server mit TS-Plus verbindet. Für die Aufgaben am Empfang reicht das völlig und der Pi braucht kaum Strom.
Fazit
Bevor du einen neuen Rechner kaufst, prüfe, ob eine SSD, mehr RAM, ein gebrauchtes Business-Gerät oder ein schlankes Linux nicht reichen. Meistens tun sie es.




